Wie hoch wird die Inflation ausfallen?

Das Jahr 2021 hat turbulent begonnen und die Rückkehr der Inflation besiegelt. Die Preise steigen und die Geldflut der Märkte wird den Trend weiter befeuern. Doch wie hoch wird die Inflation ausfallen? Die Folgen für die Wirtschaft national und international sind gravierend. Vor allem Anlageentscheidungen mögen jetzt gut bedacht werden.

 

Der Januar dürfte einigen Marktteilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Die Preise an den internationalen Börsen beginnen Haken zu schlagen. Im März plötzlich und völlig unerwartet ein Absturz der amerikanischen Technologie Werte. Auch Rohstoffe wie Erdöl und Gold verlassen die typischen Muster. Während Corona die Weltwirtschaft immer stärker ausbremst, steigt Erdöl plötzlich um 38% während Gold – die ehmalige Krisenwährung Nummer 1 knapp 15% im Preis nachgibt.

 

Festhalten – es wird wild!

Sie fragen sich, warum die Preise jetzt steigen? Die Corona-Pandemie hat die Staaten dieser Welt dazu verleitet, den Geldhahn aufzudrehen. Gigantische Rettungspakete wurden deshalb geschnürt. Die Geldflut macht möglich, was lange Zeit ausgestorben schien: die Rückkehr der Inflation. Betrachtet man die offiziellen Inflationsraten, so liegen diese bei moderat knapp unter 1%. Experten sehen jedoch die Realinflation bereits 5,5% – 6%. Seit Janaur 2021 hat sich die Situation zusätzlich verschärft, weil Joe Biden das größte Rettungspaket der US Geschichte verabschiedet hat.

Doch auch hierzulande legte die Geldentwertung zu. Im Vergleich zum Vormonat verzeichneten die Statistiker ein Plus von einem Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im Januar um 0,8%. Auf ein Jahr gerechnet ergibt sich somit eine Preissteigerung von 9,6%!

 

Corona und die Inflation

Die Geldentwertung zählt zu den Folgen der Coronapandemie, weil hier vier Faktoren eine Rolle spielen.

  1. Die Corona Situation macht Investitionen erforderlich. Mitarbeiter richten zu Hause Arbeitsplätze ein. Geschäfte müssen in Corona-Schutzmaßnahmen investieren. Der Staat packt endlich die längst überfällige Digitalisierung an. Unternehmen investieren Milliarden in die Erhöhung von Netzwerkkapazität und kaufen Collaboration Tools. Dieser Prozess begann bereits 2020 und wurde durch den harten Lockdown seit Dezember 2020 erneut verschärft.
  2. Die Sparquote der Deutschen steigt deutlich, weil zahlreiche Ausgaben 2020 nicht möglich waren. Firmen sparten rund 50 Mrd über nicht durchgeführte Dienstreisen. Und im privaten Sektor zeigt der Lockdown wirkung, weil weder Restaurant Besuche noch teuere Reisen möglich waren. In Folge dessen stieg die Sparquote. Das bedeutet jedoch auch, dass die Portmonaits voll sind. Sobald Lockerungen vorgenommen werden, füllen sich Restaurants und die Auslastung der Reiseanbieter wird Rekordniveau erreichen. Die sprunghaft steigende Nachfrage aber auch mangelnde Vergleichsmöglichkeiten werden deshalb zu steigenden Preisen führen.
  3. Die Senkung der Mehrwertsteuer in 2020 führt zu einer Erhöhung in 2021 und damit zwangsläufig auch zu steigenden Preisen. Viele Händler nutzen die Preisanpassung nun um auch die Verkaufspreise der Produkte zu erhöhen.
  4. Billiges Helikopter Geld ermöglicht Ausgaben, für die in der Verangenheit kein Budget vorhanden war. Firmen investieren in Produkte made in Germany und setzen in Krisenzeiten auf bewährte Qualität.

 

Anziehen der Inflationsrate

Jeder der vier Faktoren für sich betrachtet mag harmlos erscheinen. Die Kombination und das zeitliche aufeinander Treffen wirken jedoch wie ein Katalysator. Sie beschleunigen die Situaiton deshalb und treiben die Preise. Die um 1% gestiegene Inflation für Januar 2021 ist daher lediglich ein Vorbote dessen, was uns noch blühen wird.

Dabei gilt, dass die Auswirkungen der Mehrwertsteuerveränderung durchaus erwartet wurden. 19% höhere Mehrwertsteuer führt zu 3% höheren Preisen was auf Jahressicht im Mittel eine Inflationsrate von +0,25% pro Monat rechtfertig. Der Wert fällt in Q1 2021 erwartungsgemäß höher aus, weil der Effekt zu Beginn des Jahres am stärksten wirkt.

Kritisch wird es hingegen bei Punkt zwei, der aufgestauten Kaufkraft der privaten Haushalte. Hier liegen 200 Milliarden Euro auf der hohen Kante. Eine Zahl mit Sprengkraft die einerseits dringend im Wirtschaftskreislauf benötigt wird, dort jedoch die Preise erheblich treiben wird. Die Geldentwertung scheint deshalb unausweichlich.

 

Welche Folgen hat die Inflation?

Eine Inflationsrate von 2% gilt als gesund. Die damalige Bundesbank hat deshalb ein Inflationsziel von 2% ausgerufen und Ökonome weltweit halten am 2% Ziel fest. Bereits diese niedrige, 2% Inflation würde ein Ende der Niedrig- bzw. Negativzinsen bedeuten. Für Staaten, die sich jetzt verschulden um die Corona Krise zu bekämpfen wird die Entschuldung deutlich schwieriger.

Bei einer Inflationsrate von 5,5% – 6% zeichnet sich ein anderes Bild. Vermögenswerte auf Bank- und Sparkonten verlieren erheblich an Wert. Wer in der Vergangenheit langfristige Anlagen getätigt hat, um überhaupt Zinsen zu erhalten, zählt zu den Verlieren.

 

Folgen der Inflation für die Börse

Die extrem steigenden Kurse der vergangen 6 Monate wurden durch billiges Geld überhaupt erst ermöglicht. Fällt dieser Treibstoff steigender Kurse plötzlich weg, werden die Kurse einbrechen. Gewinnmitnahmen werden zu einem „Rette sich wer kann“ führen und die Märkte in bis dato ungeahnte Preisregionen stürzen. Die Kettenreaktion wird nur schwer aufzuhalten sein.

Geldentwertung und Immobilien

Immobilienbesitzer gelten gemeinhin als Gewinner in Zeiten der Inflation. Kein Wunder also, dass Anleger vermehrt auf Betongold setzen. Corona und die sich verändernde Arbeitswelt führt zu einem stärkeren Fokus auf die eigenen Vier Wände. Wer kann nutzt die Chance und vergrößert sich. An der Entwicklung der Immobilienpreise lässt sich dieses Szenario deshalb bereits ablesen.

▶︎ Lesen Sie auch: Immobilien oder Edelmetalle kaufen?

 

Folgen der Inflation für Edelmetalle

Der Edelmetall Sektor verhält sich hier ähnlich wie die Immobilien, denn alles war rar ist, gewinnt bei Inflation an Wert. Im Artikel Goldpreis am Scheideweg haben wir die Entwicklung daher bereits skizziert. Edelmetalle gelten deshalb als vorausschauende Geldanlage. Wer rechtzeitig in Silber, Gold oder Osmium investiert, kann von der Geldentwertung profitieren.

Kein Wunder also, dass Goldmünzen und Osmium Barren zeitweise ausverkauft waren. Die Lage hat sich inzwischen stabilisiert, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau.

 

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von Redaktion / Edelmetall

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