Der Iran Krieg sorgt für Nervosität an den Märkten und in der Logistik. Dennoch zeigt sich der Rohölpreis bislang erstaunlich robust. Während einige Reedereien Umwege fahren und es punktuell zu Verzögerungen im Schiffverkehr kommt, blieb ein durchschlagender Preisschock bei Rohöl bisher aus.1
Für Verbraucher stellt sich die Frage: Warum ist Tanken teurer geworden, wenn der globale Ölpreis nicht explodiert? Ein Blick auf Preisbestandteile, Steuern und Zeitverzögerungen in der Lieferkette hilft, das Bild zu schärfen.
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Iran Krieg: Warum der Ölpreis stabil bleibt
International orientiert sich der Markt am Brent-Preis. Dieser bewegte sich in jüngerer Zeit in einer ähnlichen Spanne wie 2021, als Brent häufig zwischen etwa 70 und 90 US-Dollar notierte. Das legt nahe, dass der reine Rohölimpuls die aktuellen Preisaufschläge an der Zapfsäule nur teilweise erklärt.

Hinzu kommt der Lager- und Logistikeffekt: Ein erheblicher Teil der heute verkauften Benzin- und Dieselvorräte wurde vor Zuspitzung der Lage produziert oder eingekauft. Gleichzeitig bremsen Umwege und Sicherheitszuschläge im Schiffsverkehr die Anlieferung, ohne den globalen Ölpreis zwangsläufig stark anzuheben.1
Iran Krieg und Zapfsäule: Der Steuerfaktor
Der Preis an der Zapfsäule setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen: Rohöl- und Raffineriekosten, Vertrieb/Logistik, sowie Steuern. In Deutschland machen Energiesteuer und Mehrwertsteuer traditionell einen großen Anteil aus. Beim Benzin entfällt rund die Hälfte des Endpreises auf Steuern; beim Diesel ist es ein erheblicher, aber etwas niedrigerer Anteil. Man soll daher im Kopf behalten, dass Steuern oft stärker wirken als kurzfristige Ölpreisschwankungen.
Ein Blick zurück: Der durchschnittliche Superbenzinpreis lag 2021 etwa bei 1,70 Euro je Liter. Nach aktuellen Beobachtungen liegt das heutige Niveau teils um rund 15 Prozent darüber, obwohl der Rohölpreis ähnlich hoch ist wie damals.4 Das sollte man näher betrachten, wenn die Ursachen der Verteuerung diskutiert werden.

Iran Krieg: Was Politik und Unternehmen fordern
Aus der Politik kommen Forderungen nach Entlastungen für Pendler, da diese das Land am Laufen halten. Auch die Abgabenstruktur steht dabei regelmäßig zur Debatte. Parallel verweisen Steuerschätzer auf anhaltend hohe Einnahmen, was finanzpolitische Spielräume signalisieren könnte. Es könnte interessant sein, die Wirkung einzelner Abgabenkomponenten auf den Endpreis näher zu betrachten.
Deutlich artikulierte Kritik gilt der CO2-Bepreisung. Nicht nur die AfD-Bundestagsfraktion fordert deren Abschaffung, auch Evonik-Chef Christian Kullmann sprach sich Berichten zufolge für ein Ende der CO2-Steuer aus und verband dies mit dem Argument, damit könnten bis zu 200.000 Jobs gesichert werden.
► Evonik Cheff: Abschaffung des CO2 Preises kann 200.000 Jobs retten
Geopolitische Unsicherheiten lassen viele Leser wieder über die Rolle von Notenbanken, Währungsreserven und heimischer Vorsorge nachdenken. In diesem Kontext lohnt der Blick auf die Diskussion um deutsches Gold und dessen Lagerorte: Deutsches Gold: Zurück nach Hause?
Was bleibt vom Preisdruck?
Marktbeobachter sehen derzeit vor allem einen Logistik- und Risikozuschlag, weniger einen fundamentalen Ölangebotsschock. Gleichzeitig prägen Steuern und Abgaben die Endkundenpreise stark, sodass sich Entlastungen eher über fiskalische Stellschrauben als über den Weltmarktpreis ergeben würden.
Iran Krieg, Ölpreis und Ihr Portemonnaie
Der Iran Krieg erklärt die aktuellen Spritpreise nur zum Teil. Der Rohölpreis ist in etwa auf dem Niveau von 2021, während Steuern und Abgaben einen großen Teil des Preises bestimmen und Logistikrisiken Zuschläge verursachen. Wer Preistreiber verstehen will, sollte die Steuerkomponenten und deren Stellschrauben näher betrachten – und die nächsten Entwicklungen im Blick behalten, denn die Lage bleibt dynamisch und könnte morgen schon neue Fragen aufwerfen, die Sie in unseren weiteren Artikeln vertiefen sollten.






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